Fast fünf Wochen nach Farb- und Steinattacke
Nach mutmaßlich linksextremistischem Anschlag auf Solinger Restaurant: «Alt Ketzberg» will Mitte Oktober wieder öffnen

Das nach einem mutmaßlich linksextremistischen Angriff schwer beschädigte Restaurant «Alt Ketzberg» in Solingen-Gräfrath soll Mitte Oktober wieder öffnen. Nach fast fünf Wochen Schließung laufen inzwischen die Reparaturarbeiten an der Gaststätte an der Lützowstraße. Als möglichen Termin für die Wiederaufnahme des Betriebs wird Freitag, der 16. Oktober genannt.
Die Instandsetzung hatte sich unter anderem verzögert, weil zunächst Gutachten erstellt und die Freigabe durch die Versicherung abgewartet werden mussten.
Sachschaden von bis zu 50.000 Euro
Bei dem Angriff in der Nacht zum 14. September hatten Unbekannte Ziegelsteine und mit Farbe gefüllte Flaschen gegen das Restaurant geworfen. Dabei wurden unter anderem zehn Fenster zerstört. Nach Angaben der Betreiberin belaufen sich allein die Kosten für deren Ersatz auf rund 12.000 Euro.
Im Innenbereich verursachte rote Farbe erhebliche Schäden an Böden, Wänden und Einrichtungsgegenständen. Insgesamt wird der Sachschaden auf bis zu 50.000 Euro beziffert. Hinzu kommen wirtschaftliche Verluste durch die wochenlange Schließung, die ebenfalls im fünfstelligen Bereich liegen dürften.
Politischer Hintergrund des Angriffs
Nach der Attacke erschien auf einer einschlägigen Internetplattform ein Bekennerschreiben von Personen, die sich als Antifaschisten bezeichneten. Darin wurde dem Wirtepaar vorgeworfen, Räumlichkeiten für Veranstaltungen der AfD bereitgestellt zu haben.
Der Angriff löste breite Kritik aus. Sämtliche im Solinger Stadtrat vertretenen Parteien sowie der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) und die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) verurteilten die Gewalttat.
Mittlerweile haben Handwerksbetriebe mit der Beseitigung der Schäden begonnen. Die Betreiber hoffen, ihre Gäste ab dem 16. Oktober wieder in dem Restaurant begrüßen zu können. Eine endgültige Bestätigung des Eröffnungstermins steht allerdings noch aus.
