Zollfahnder stoßen in Wuppertal auf Rekordmenge einer gefährlichen Partydroge
Rekordfund bei Zoll-Razzia in Wuppertal: Ermittler entdecken 144 Tonnen Lachgas in einer Lagerhalle – rund 500 Paletten mit der als Partydroge bekannten Substanz sichergestellt

Zollfahnder haben am Freitag in einer Lagerhalle in Wuppertal rund 144 Tonnen Lachgas sichergestellt. Die als Partydroge bekannte Substanz war in Kartuschen auf etwa 500 Paletten gelagert. Nach Angaben der Zollfahndung Essen handelt es sich um den bislang größten Lachgasfund der Behörde. Die Staatsanwaltschaft Wuppertal ermittelt wegen des Verdachts eines Verstoßes gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz.
Ausgangspunkt der Ermittlungen war eine routinemäßige Kontrolle eines Lastwagens durch den Zoll. Dabei entdeckten die Beamten eine Ladung Lachgas und befragten den Fahrer zur Herkunft der Ware. Im Verlauf der Kontrolle ergaben sich Hinweise auf eine Lagerhalle in Wuppertal, in der größere Mengen der Substanz aufbewahrt wurden.
Nachdem die Staatsanwaltschaft Wuppertal informiert worden war, wurde noch am Freitag ein Durchsuchungsbeschluss erlassen. Bei der anschließenden Durchsuchung stießen die Ermittler auf die umfangreichen Lachgasbestände. Die Kartuschen waren in Paketen auf Paletten gestapelt und füllten nach Angaben der Staatsanwaltschaft die Lagerhalle.

Betreiber der Lagerhalle im Fokus der Ermittlungen
Der Inhaber der Lagerhalle ist den Ermittlungsbehörden bekannt und wird als Beschuldigter geführt. Festnahmen gab es zunächst nicht. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft besteht der Verdacht, dass die große Menge Lachgas für den gewerblichen Handel bestimmt war. Für den Handel mit und die Einfuhr von Lachgas gelten gesetzliche Beschränkungen und Genehmigungspflichten. Bei einem gewerbsmäßigen Verstoß gegen das Neue-psychoaktive-Stoffe-Gesetz kann es sich um ein Verbrechen handeln.
Die Zollfahndung sprach von einem Fund in bislang nicht gekanntem Ausmaß. Am Abend waren die Einsatzkräfte noch damit beschäftigt, die sichergestellten Pakete vollständig zu erfassen. Insgesamt soll es sich um etwa 500 Paletten handeln.

Lachgas als Partydroge – erhebliche gesundheitliche Risiken
Lachgas, chemisch als Distickstoffmonoxid (N₂O) bezeichnet, wird insbesondere von jungen Menschen als Rauschmittel konsumiert. Dabei wird das Gas häufig zunächst in Luftballons gefüllt und anschließend eingeatmet, um eine kurzzeitige euphorisierende Wirkung zu erzielen.
Das Bundesgesundheitsministerium warnt vor erheblichen gesundheitlichen Folgen. Der Konsum kann zu Bewusstlosigkeit und dauerhaften Schäden am Nervensystem führen. Wird das Gas unmittelbar aus einer Kartusche eingeatmet, drohen zudem Erfrierungen durch die starke Abkühlung sowie Verletzungen des Lungengewebes infolge des hohen Gasdrucks.
Seit diesem Jahr gelten in Deutschland strengere gesetzliche Regelungen für Lachgas. Minderjährigen sind Erwerb und Besitz untersagt. Darüber hinaus wurden der Online-Handel und der Verkauf über Automaten grundsätzlich verboten. Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft Wuppertal und der Zollfahndung dauern an.









