Wenn Stromausfall, Unwetter oder Großbrand Solingen treffen

Solingen rüstet sich digital für den Ernstfall: Neue App soll Hilfsbereitschaft der Bevölkerung bündeln – freiwillige Helfer werden vorbereitet, qualifiziert und bei Krisen gezielt eingesetzt

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Foto: Stadt Solingen / Mobile Helfer
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Die Stadt Solingen beteiligt sich am bundesweiten Pilotprojekt „Mobile Helfer“. Über eine App sollen Bürgerinnen und Bürger künftig auf mögliche Einsätze in Krisen- und Katastrophenlagen vorbereitet, qualifiziert und bei Bedarf koordiniert eingebunden werden. Solingen gehört damit zu den ersten Kommunen in Deutschland, die das System in der Praxis erproben. Ziel ist es, Menschen, die sich im Ernstfall engagieren möchten, strukturiert in bestehende Einsatzabläufe einzubinden.

Freiwillige sollen Einsatzkräfte im Krisenfall unterstützen

Ob Stromausfall, Unwetter, Großbrand oder Evakuierung: In außergewöhnlichen Lagen kann zusätzliche Unterstützung aus der Bevölkerung helfen, Einsatzkräfte zu entlasten und die Versorgung der Menschen vor Ort zu stärken. Mit dem Projekt „Mobile Helfer“ setzt Solingen deshalb auf eine frühzeitige Vorbereitung und koordinierte Einbindung freiwilliger Helfender.

„Ein leistungsfähiger Bevölkerungsschutz braucht gute Vorbereitung und verlässliche Strukturen“, betont Oberbürgermeister Daniel Flemm. Mit der Teilnahme am Pilotprojekt ‚Mobile Helfer‘ stärken wir die Krisenvorsorge in Solingen und schaffen die Voraussetzungen, um Menschen, die sich engagieren möchten, sinnvoll in bestehende Einsatzabläufe einzubinden.“

Yvonne Henn, Katastrophenschutzmanagerin der Stadt Solingen, ergänzt: „Krisen zeigen uns immer wieder: Hilfsbereitschaft in der Bevölkerung ist da. Die Menschen durchleben Krisen gemeinsam. Deswegen binden wir sie vor Ort in unterschiedlichen Szenarien stärker ein. Mit ihrer Hilfe stellen wir sicher, zukünftig wirksam und gut koordiniert zum Einsatz zu kommen. Die Pilotierung von Mobile Helfer ist für uns in Solingen der nächste wichtige Schritt, um unseren Bevölkerungsschutz zukunftsfähig weiterzuentwickeln.“

Solingen startet praktische Erprobung

Mit einem gemeinsamen Auftaktworkshop haben die Stadt Solingen und die Projektverantwortlichen die praktische Erprobungsphase gestartet. Solingen bringt dabei seine Erfahrungen aus dem Krisenmanagement in die Weiterentwicklung des bundesweiten Projekts ein.

Im Mittelpunkt steht die Frage, wie ungebundene Helfende – Bürgerinnen und Bürger, die keiner Hilfsorganisation angehören, aber im Krisenfall unterstützen möchten – vorbereitet, aktiviert und sinnvoll in bestehende Einsatzstrukturen eingebunden werden können. Dabei geht es nicht um Ersatz für professionelle Einsatzkräfte, sondern um eine strukturierte Ergänzung, die Behörden, Organisationen und Einsatzleitungen entlasten kann.

App soll Helfer vorbereiten und koordinieren

Mittels einer dafür entwickelten App können sich Menschen, die als freiwillige Helferinnen und Helfer aktiv werden möchten, informieren und registrieren. Für den Katastrophenfall werden sie gezielt vorbereitet und bei Bedarf in Einsätze eingebunden. Die App wird perspektivisch in den gängigen App-Stores bereitgestellt.

„Das Projekt ‚Mobile Helfer‘ ist sehr niedrigschwellig: Jede und jeder kann sich künftig beteiligen, sich in der App registrieren und im Ernstfall wichtige Hilfe leisten“, sagt Heike Neuenfeldt, Sachgebietsleiterin Katastrophen- und Zivilschutzmanagement. „Das System steuert die Hilfeleistungen und unterstützt die Einsatzkräfte gezielt. Zugleich wird der Zusammenhalt in unserer Gesellschaft gestärkt.“

Bundesweites Projekt für den Katastrophenschutz

„Mobile Helfer“ ist ein bundesweites Projekt zur strukturierten Einbindung freiwilliger Helferinnen und Helfer in Krisen- und Katastrophenlagen. Ziel ist es, Menschen, die sich engagieren möchten, bereits vor einem Ereignisfall zu informieren, zu qualifizieren und bei Bedarf koordiniert einzusetzen.

Das Projekt kombiniert eine App zur Registrierung und Kommunikation mit digitalen Lern- und Qualifizierungsangeboten sowie Strukturen zur Einsatzkoordination. Träger ist die Bundesarbeitsgemeinschaft Erste Hilfe (BAGEH), gefördert wird das Vorhaben durch das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Erfahrungen aus Solingen sollen in Weiterentwicklung einfließen

Als Pilotkommune erprobt Solingen gemeinsam mit den Projektverantwortlichen konkrete Abläufe, Kommunikationswege und Einsatzszenarien. Die dabei gewonnenen Erfahrungen fließen in die Weiterentwicklung des Systems ein, um Kommunen, Hilfsorganisationen und Einsatzleitungen künftig bei der Einbindung freiwilliger Helfender zu unterstützen.