Deutsche Innenstädte rüsten sich für mögliche Ausschreitungen an Halloween
Aus Angst vor Krawallen und Plünderungen bei Gen-Z-Protesten: Geschäfte verbarrikadieren bundesweit ihre Schaufenster mit Holzplatten

Aus Sorge vor möglichen Ausschreitungen und Plünderungen bei den bundesweiten Gen-Z-Protesten am Samstag haben zahlreiche Einzelhändler damit begonnen, ihre Geschäfte vorsorglich zu sichern. In mehreren deutschen Großstädten, darunter Düsseldorf, Köln, Berlin und Hamburg, werden Schaufenster mit Holzplatten geschützt und Ladenfronten verbarrikadiert. Einige Händler wollen ihre Geschäfte bereits vor Beginn der Demonstrationen schließen, andere verzichten am Samstag vollständig auf eine Öffnung.
Die Schutzmaßnahmen betreffen nicht nur Luxusgeschäfte und Juweliere. Auch kleinere Einzelhändler und Geschäftsketten bereiten sich auf mögliche Störungen vor. Bereits seit Mittwoch werden an verschiedenen Standorten Schaufenster und Eingangsbereiche mit Sperrholzplatten gesichert. Teilweise sollen Waren aus den Auslagen entfernt werden, um mögliche Schäden und Verluste zu begrenzen.
Besonders deutlich sind die Vorbereitungen auf der Düsseldorfer Königsallee zu erkennen. Dort wurden vor mehreren Luxusgeschäften Baugerüste aufgestellt und Fassaden mit Holzplatten verkleidet. Vor allem Juweliere und Bekleidungsgeschäfte planen zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.
Auch über Düsseldorf hinaus reagieren Unternehmen auf die angekündigten Demonstrationen. Die Parfümeriekette Douglas lässt am Samstag bundesweit zwölf Filialen geschlossen. «Die Sicherheit unserer Mitarbeitenden und Kundinnen und Kunden hat für uns höchste Priorität», erklärte eine Unternehmenssprecherin. Welche Standorte betroffen sind, teilte das Unternehmen nicht mit.
Demonstrationen in rund 30 deutschen Städten angekündigt
Die Initiative «Gen Z regelt» hat für Samstag zu Protestveranstaltungen in rund 30 deutschen Städten aufgerufen. Die Teilnehmer wollen unter anderem für bessere Bildung, mehr Klimaschutz und bezahlbare Lebenshaltungskosten demonstrieren. Außerdem richtet sich der Protest gegen eine mögliche Wehrpflicht.
Die Organisatoren distanzieren sich ausdrücklich von Gewalt. Sicherheitsbehörden warnen dennoch vor einer möglichen Einflussnahme extremistischer Gruppierungen. Nach Erkenntnissen des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes mobilisieren auch Akteure aus dem linksextremistischen und auslandsbezogenen extremistischen Spektrum für die Veranstaltungen.
Konkrete Hinweise auf geplante gewalttätige Aktionen oder Ausschreitungen liegen den Sicherheitsbehörden bislang nicht vor.
Köln erwartet bis zu 15.000 Demonstranten
Die größte Protestveranstaltung in Nordrhein-Westfalen wird derzeit in Köln erwartet. Dort wurde für Samstag zwischen 14 und 19 Uhr ein Demonstrationszug unter dem Motto «Bildung/Wehrpflicht/Bezahlbares Leben» angemeldet. Ausgangspunkt ist der Heumarkt.
Gleichzeitig hat die Initiative «GenZ regelt das» zu einer Demonstration aufgerufen. Auf ihrer Internetseite wurden bereits mehr als 14.000 Teilnahmezusagen verzeichnet. Ob diese Zahlen tatsächlich erreicht werden, bleibt offen.
Die Kölner Polizei bereitet sich auf einen größeren Einsatz vor und beobachtet die Mobilisierung der Protestbewegung. Dazu steht sie im Austausch mit Sicherheitsbehörden auf Landes- und Bundesebene. Hinweise auf geplante Gewalttaten wie bei Protesten in Frankreich liegen nach bisherigen Erkenntnissen nicht vor.
Neben den Demonstrationen muss die Polizei am Samstag auch die traditionellen Halloween-Feierlichkeiten berücksichtigen. Die Einsatzplanung umfasst deshalb beide Veranstaltungen.
Während sich die Sicherheitsbehörden auf unterschiedliche Szenarien vorbereiten, setzen zahlreiche Händler auf vorsorgliche Schutzmaßnahmen. Ob es tatsächlich zu Ausschreitungen oder Plünderungen kommen wird, ist derzeit nicht absehbar.
