Versteckte Waffenwerkstatt und Hunderte Schusswaffen mitten in Remscheid
Waffenarsenal wie aus einem Museum in Remscheid entdeckt: Waffenhändler muss sechseinhalb Jahre ins Gefängnis

Das Landgericht Wuppertal hat einen Mann aus Remscheid wegen illegalen Handels mit Kriegswaffen zu sechs Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Der Angeklagte Konstantin I. hatte über Jahre hinweg scharfe Waffen aus Polen beschafft, in versteckten Kellerräumen seiner Autowerkstatt gelagert und anschließend weiterverkauft. Das Urteil wurde am Freitagmittag verkündet.
Der als Autoschrauber tätige Mann legte vor Gericht ein Geständnis ab. Allerdings machte er bis zuletzt keine Angaben darüber, an wen er die Waffen verkauft hatte. Nach Überzeugung des Gerichts hatte er wiederholt Kriegswaffen aus Polen bezogen und anschließend an bislang nicht näher benannte Abnehmer weitergegeben.
Ermittler entdecken vier geheime Räume mit Hunderten Waffen
Bei einer groß angelegten Polizeiaktion Mitte Oktober 2025 hatten schwerbewaffnete Spezialeinsatzkräfte mehrere Objekte in Remscheid zeitgleich durchsucht. Insgesamt wurden fünf Personen festgenommen, darunter der spätere Angeklagte, sein Sohn und ein weiterer Verwandter.
In der Autowerkstatt des Mannes an der Elberfelder Straße entdeckten die Ermittler zunächst lediglich unbrauchbar gemachte Dekorationswaffen. Erst bei weiteren Durchsuchungen stießen sie auf ein umfangreiches Waffenlager in einem versteckten Kellerbereich.

Hinter Schränken, Vitrinen und Bilderrahmen kamen insgesamt vier geheime Räume zum Vorschein. Darin lagerten Hunderte Schusswaffen sowie große Mengen Munition. Außerdem fanden die Polizisten nationalsozialistische Devotionalien. Die aufwendig ausgestatteten Räumlichkeiten erinnerten nach Einschätzung der Ermittler an ein Museum.
Besonders auffällig war eine vollständig eingerichtete Waffenwerkstatt, die sich hinter einem Wandschrank verbarg. Dort bestand die Möglichkeit, zuvor unbrauchbar gemachte Schusswaffen wieder funktionsfähig zu machen.
Ermittlungen begannen bereits zwei Jahre vor der Razzia
Auf die Spur des illegalen Waffenhandels waren die Ermittler bereits rund zwei Jahre vor dem Zugriff gekommen. Ausgangspunkt war ein Kiosk am Remscheider Markt. Anschließend folgten umfangreiche Ermittlungen, bei denen die Polizei auch verdeckte Ermittler einsetzte.
Die Ermittlungen führten schließlich zu der groß angelegten Durchsuchungsaktion im Oktober 2025 und zur Entdeckung des versteckten Waffenarsenals. Rund ein Jahr später wurde Konstantin I. nun zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von sechs Jahren und sechs Monaten verurteilt.

